00:31
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Mord auf Ex. Mein Name ist Leo Bartsch.
00:36
Und mein Name ist Lin Schütze. Und ich bin total gespannt, weil wir sprechen ja heute einen deutschen Fall. Ich weiß noch relativ wenig darüber. Du hast nur schon die ganze Zeit gesagt, dass das so ein unfassbarer Fall sei und du den erst gar nicht glauben konntest.
00:52
Ja, und zwar hat mir unsere Kriminologin, also für die, die unsere Podcast ein bisschen aufmerksamer hören, kennt ihr Nicole wahrscheinlich aus, die Jägerin. Sie hat mir irgendwann davon erzählt, weil sie irgendwie davon mitbekommen hat. Und ich weiß noch, wie ich so war, oh mein Gott, das kann nicht wahr sein. Bitte lass uns schauen, ob es da genug Material gibt, ob es dazu ein Urteil gibt oder irgendwas, weil ich muss diesen Fall hier bei Mord of X erzählen.
01:18
Und tatsächlich ist dem so gewesen. Ich könnte genug Informationen zusammentragen. Vielleicht auch da direkt so ein kleiner Hinweis zu Beginn. Es gibt auch verschiedene Quellen, auch online und so weiter, wo sich Fakten zum Teil widersprechen. Es gab wirklich oft Fehler in diesem Fall, die auch in Zeitungen veröffentlicht wurden. Also sei es jetzt in Bezug auf Zeitangaben, auf Orte oder auf Personen. Aber alle Infos, die wir hier heute besprechen, kommen aus aktuellen Gerichtsdokumenten. Also Da könnt ihr euch sicher sein, dass die alle korrekt recherchiert sind.
01:52
Und es ist auch ein Fall, bei dem wir ganz intensiv den Ermittlerinnen und Ermittlern über die Schulter schauen, bei einer Ermittlungsmethode, über die wir hier, glaube ich, noch nie oder sehr selten gesprochen haben. Ich will jetzt noch nicht verraten, was es ist, aber ich fand das unglaublich spannend.
02:12
Wir machen eine kurze Währunterbrechung und tatsächlich ist irgendwie das Thema Uni bei mir gerade wieder voll präsent, weil man so ein bisschen merkt, dass man jetzt schon wirklich lange aus der Uni raus ist.
02:25
Deswegen ist es wieder präsent.
02:26
Ja, genau. Irgendwie habe ich da neulich mit Freundinnen drüber geredet und uns ist dann auch so ein bisschen aufgefallen, dass wir in einigen Kursen gar nicht mehr genau wussten, was wir da eigentlich studiert haben.
02:35
Also ich bin ehrlich, so geht es mir mit den meisten Kursen.
02:37
Ich habe ja nebenbei beim MDR gearbeitet und da habe ich tatsächlich ziemlich viel gelernt und diese Praxisnähe, die war mir im Studium eigentlich auch immer voll wichtig und ich hatte zum Glück ein paar Kurse, die das hatten, aber halt auch ein paar, die es nicht hatten. Und deswegen kann ich euch nur auch sehr empfehlen, euch ein Studium mit Praxisnähe auszusuchen. Und das könnt ihr zum Beispiel an der IU Internationalen Hochschule tun.
03:01
Genau, also falls ihr ein hochtheoretisches Studium vermeiden wollt, dann könnte ein Fernstudium an der IU für euch perfekt sein. Und was auch richtig gut ist, ihr könnt maximal flexibel studieren, wann und wo ihr wollt. Zum Beispiel auf Reisen oder auch jetzt wie wir zum Beispiel einfach neben dem Beruf noch. Ihr habt an der IEU Lehrende aus der Praxis, die auch super viel Branchenerfahrung haben und euch deswegen in jedem Semester Projektkurse und echte Cases präsentieren können, damit das Studieren halt nicht nur in der Theorie bleibt.
03:30
Und ihr könnt aus 200 Studiengängen hier auswählen, was perfekt zu euch passt, zum Beispiel Psychologie. BWL oder soziale Arbeit und das Ganze ist am Ende auch staatlich anerkannt und falls das für euch interessant ist, dann nutzt auf jeden Fall unseren Code, weil wenn ihr euch jetzt bei der IU einschreibt, sichert ihr euch 2444 Euro Studienrabatt mit dem Code IUMORTX26, also das ist geschrieben IUMORTX26.
04:00
Geht dafür einfach auf iu-fernstudium.de slash iumordx26 und dort findet ihr dann alle Infos. Das Ganze ist gültig bis zum 12.11.2026 und ihr findet auch nochmal alles dazu in den Shownotes. Und jetzt geht's weiter mit der Folge.
04:19
Und weil wir heute viel vor uns haben, also ich glaube, ich habe viel zu besprechen mit dir, Lynn, würde ich vorschlagen, steigen wir einfach direkt ein in meinen Fall. Wir müssen gar nicht jetzt hier lange irgendwie sprechen, sondern starten direkt mit den Fakten. Ich bin gespannt.
04:41
Heute steht ein besonderer Abend bevor. Nur noch wenige Stunden, dann wird sich entscheiden, wer Fußball-Weltmeister wird. Es ist Sonntag, der 29. Juni 1986. Argentinien gegen Deutschland. Diego Maradona gegen Luther Mateus, Rudi Völler und Karl-Heinz Rummenigge.
05:03
Auch in Lindenfels, einer kleinen Altstadt im südhessischen Odenwald, fiebern die Menschen dem WM-Finalabend entgegen. Damit du dir das mal ein bisschen geografisch besser vorstellen kannst, Lindenfels liegt zwischen Darmstadt und Mannheim und es ist ganz schnuckelig eingebettet zwischen bewaldeten Hügeln, Fachwerkhäusern und den Ruinen einer mittelalterlichen Burg.
05:29
Der Ort wirkt fast wie aus der Zeit gefallen. Nicht umsonst wird Lindenfels deswegen auch die Perle des Odenwalds genannt. Hier in Lindenfels kennt man sich. Man grüßt sich auf der Straße, man unterhält sich über den Gartenzaun. Oft weiß man, wem das Auto gehört, das gerade vorbeifährt. Lindenfels ist ein Ort, an dem sich die Menschen sicher fühlen. Weil das Thermometer an diesem Sonntag weit über 20 Grad steigt, verbringen viele den Nachmittag im Freibad von Lindenfels.
06:01
Kinder springen hier kreischend ins Wasser. Vom 3-Meter-Brett folgt auf jeden Sprung ein kurzer Moment der Stille. Dann das laute Klatschen auf der Wasseroberfläche.
06:12
Zwischen bunten Handtüchern, Luftmatratzen und halbleeren Colaflaschen wird darüber diskutiert, ob Maradona heute Abend wieder den Unterschied machen wird. Mittendrin sitzt die 15-jährige Jutta Hoffmann mit ihren Freunden. Auch sie genießt diesen Sommertag. Die Ferien stehen kurz bevor und die Stimmung ist ausgelassen.
06:33
Ja, gerade so ein WM-Sommer und dann Schulferien. Das klingt wirklich nach so einem perfekten Sommertag.
06:40
Ja, man muss sagen, Jutta, die kann mit Fußball eigentlich gar nicht so viel anfangen. Also während wirklich fast alle Menschen in diesen Tagen über die Weltmeisterschaft sprechen, geht Jutta persönlich lieber schwimmen, denn ihr Herz schlägt für eine ganz andere Sportart und zwar Judo. Jutta trainiert regelmäßig im Verein und das auch mit Erfolg. Sie hat bereits den blauen Gürtel, also den zweithöchsten Grad, den eine Schülerin im Judo erreichen kann.
07:07
Das bedeutet aber auch, das kannst du dir vielleicht merken, Jutta kann sich im Kampf behaupten. Außerdem steht die Farbe Blau im Judo für Verantwortung und die Fähigkeit, das eigene Können auch an andere weiterzugeben. Und das passt auch zu Jutta. Jutta gilt als ehrgeizig. Wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann will sie es auch schaffen. Sie besucht die 9. Klasse einer Realschule. Und sie ist ein Mädchen, das auffällt. Man muss sagen, nicht weil sie sich irgendwie in den Mittelpunkt drängt, sondern weil sie total offen ist.
07:41
Also sie geht offen auf andere zu und ist bei ihren Freundinnen und Freunden deswegen auch sehr beliebt. Es ist jetzt kurz nach halb fünf, als Jutta beschließt, nach Hause zu gehen. Sie streift jetzt ihr blaues Kleid über dem Bikini, schlüpft in ihre weißen, geflochtenen Lederballerina und verstaut ihre Badematte in einer Adidas-Tasche. Auch diese Details kannst du dir mal merken.
08:05
Eigentlich hatte ihre Mutter angeboten, sie mit dem Auto abzuholen und tatsächlich hätte da auch schon so ein kurzer Anruf genügt, weil Juttas Eltern, die gelten auch als sehr fürsorglich und sie achten immer darauf, dass ihre Kinder auch sicher nach Hause kommen. Aber Jutta verzichtet auf den Anruf, denn der Heimweg ist nicht lang, also nur eine Viertelstunde. Und Jutta, die ist 15 Jahre alt, die bewegt sich da frei, die fühlt sich sicher und deswegen entscheidet sie sich, alleine nach Hause zu gehen. Und damit du jetzt mal diese Wege auch nachvollziehen kannst, habe ich dir auch da mal eine Karte mitgebracht.
08:38
Auch die laden wir euch natürlich unter modofxpodcast auf Social Media hoch. Und das wird jetzt relativ wichtig für ihre Route, um die nachvollziehen zu können.
08:50
Juttas Familie, also Familie Hoffmann, wohnt in einem Familienhaus im Ortskern von Lindenfels. Jutta hat jetzt verschiedene Möglichkeiten, vom Freibad zu Fuß nach Hause zu kommen. Und damit man sich das jetzt alles ein bisschen besser vorstellen kann, habe ich dir auch mal zwei Karten mitgebracht, Lynn. Die laden wir euch natürlich auch wieder bei Social Media unter modofx-podcast hoch.
09:11
Okay, also die erste Karte ist ja etwas weiter rausgesumt und man sieht, dass das Freibad von Lindenfels etwas außerhalb liegt, so wirklich so mitten im Grünen und der Ortskern liegt südöstlich davon. Wohnt Jutta denn da mit ihrer Familie? Ja.
09:27
Ja, genau. Also wo das Haus von Juttas Familie genau steht, das ist nicht bekannt. Aber entscheidend ist halt, dass Jutta vom Freibad im Grün in Richtung Ortskern muss. Und ich habe dir jetzt nochmal eine zweite Karte mitgebracht, weil es gibt einmal halt den offiziellen Weg und dann noch einen, den ich dir jetzt nochmal zeige.
09:48
Okay, da geht sie ja wirklich so richtig durchs Nirgendwo, also voll durchs Grüne und befindet sich nicht in der Nähe einer Straße. Eher so ein Friedhof, oder?
10:00
Also tatsächlich ist das ein Waldweg, deswegen ist es auch so grün auf der Karte und am Ende kann sie sich da nochmal aufteilen. Ich markiere euch den Weg auch nochmal farbig. Es gibt dann einmal einen abzweigenden Weg zum Friedhof und es gibt einen abzweigenden Weg Richtung Ortsmitte Lindenfels. Also, wie du schon richtig gesagt hast, sie muss vom Freibad aus Richtung Südosten laufen und sie entscheidet sich jetzt für den kürzesten Weg. Das ist dieser Waldweg, der ist circa 430 Meter lang. Und egal welche Option, also ob Friedhof oder Ortskern man am Ende wählt, man gelangt dann auf den sogenannten Almweg.
10:35
Und von dem aus kann man dann den Ortskern erreichen.
10:39
Diese Weggabelung kannst du dir auf jeden Fall schon mal merken, Linn. Wenn ich mir die Karte aber nochmal so anschaue, hätte es ja auch tatsächlich noch einen anderen Weg gegeben, nämlich eine beterte Straße, wo man halt auch an Häusern vorbeikommt.
10:55
Genau, also es gibt noch einen Weg, der führt durch so ein bewohntes Gebiet.
10:59
Und da gibt es halt Häuser und abends ist die Straße auch beleuchtet. Aber man muss sich das so vorstellen, als Jutta aufbricht, da ist es noch hell an diesem Sonntagnachmittag und das Wetter ist auch super gut. Also ich kenne das auch von mir, ich bin jeden Tag durch den Wald zur Schule gefahren mit dem Fahrrad, weil es einfach die schönere Strecke war.
11:18
Ich bin auch immer durch den Wald tatsächlich zur Schule gegangen und zu meinen Freunden gegangen. Und es gab auch einen weiteren Weg, der an der Straße lang führte. Und obwohl ich total Angst hatte auf dem Waldweg, weil ich bin schon manchmal abends da nach Hause gegangen, als es noch dunkel war, ist man halt immer den kürzeren Weg gegangen und dann bin ich ihn halt immer gelaufen, weil ich dachte, jemand ist hinter mir.
11:39
Und Jutta, die kennt diesen Weg gut, die ist ihn schon öfter gegangen und deswegen will sie ihn jetzt auch wieder. Und da sind auch öfter mal Spaziergänger unterwegs. Also es ist kein super einsamer Weg. Es ist jetzt 16.45 Uhr, als sich Jutta von ihren Freunden verabschiedet und das Freibad verlässt. Kurz darauf wird sie gesehen, wie sie den Parkplatz des Schwimmbads überquert und dann den Waldweg betritt. Dann geht Jutta nach Hause. Zumindest ist das der Plan.
12:10
Denn obwohl ihr dieser Weg so vertraut ist, wird er sie heute nicht an ihr Ziel bringen.
12:16
An diesem Sonntag, dem 29. Juni 1986, kommt die 15-jährige Jutta Hoffmann nicht zu Hause an.
12:25
Oh Gott, wie schrecklich. Und fängt man dann direkt an, nach dem Kind zu suchen? Weil das kennen wir ja auch schon aus anderen Fällen. Also wenn Leute vermisst gehen, dann kann das manchmal ewig dauern, bis nach ihnen gesucht wird. Aber bei Kindern ist es halt einfach was anderes, dass man eigentlich sofort alarmiert.
12:42
Ja, also die Eltern machen jetzt zunächst erst gar nichts, denn man muss sagen, Jutta hat keine genaue Uhrzeit genannt, zu der sie zu Hause sein würde. Sie hat einfach gesagt, sie kommt halt abends wieder und für ihre Eltern gibt es deshalb auch am frühen Abend jetzt noch keinen Grund zur Sorge. Die Eltern gehen jetzt einfach davon aus, dass ihre Tochter vielleicht noch länger mit Freunden im Freibad geblieben ist oder sich halt auch einfach auf dem Heimweg ein bisschen Zeit lässt.
13:09
Jutta wird schon kommen, denken sie sich, denn die 15-Jährige gilt ja als sehr zuverlässig. Doch je später es wird, desto unruhiger werden die Eltern. Inzwischen ist es 21 Uhr. Dass Jutta um diese Uhrzeit immer noch nicht zu Hause ist und niemand weiß, wo sie sich befindet, das passt einfach nicht zu ihr. Während in diesem Moment Millionen Menschen das WM-Finale verfolgen, wartet Familie Hoffmann aus Lindenfels auf die Rückkehr ihrer Tochter.
13:41
Aber die Familie bleibt nicht untätig. Im Gegenteil, sie machen sich jetzt selbst auf die Suche. Noch am Abend des 29. Juni gehen jetzt der Vater und der Bruder von Jutta den Waldweg zum Schwimmbad ab.
13:55
Außerdem rufen sie jetzt auch sämtliche Freunde und Bekannte an, weil sie irgendwie auschecken wollen, vielleicht ist Jutta ja dort, vielleicht guckt sie dort doch das WM-Finale und macht irgendwas, was nicht abgesprochen war. Aber vergeblich. Keine Spur von der 15-Jährigen.
14:13
Als Jutta jetzt auch am nächsten Morgen nicht nach Hause zurückgekehrt ist, melden die Eltern ihre Tochter bei der Polizei Hessen als vermisst. Und diese leitet jetzt sofort eine Personensuche ein. Und mit dieser Personensuche wird jetzt auch ein Bild von Jutta veröffentlicht und genau dieses Bild, das veröffentlicht wird, das habe ich dir mal mitgebracht. Okay, wow.
14:35
Also ich habe sie mir tatsächlich optisch viel jünger vorgestellt. Also vielleicht ist es irgendwie der Haarschnitt. Also sie hat so kurze, dunkelblonde Haare und so einen Haarschnitt, den ich ein bisschen eher von älteren Frauen kenne.
14:49
Ja, es sieht aus wie so eine typische 80er Jahre Föhnfrisur. Fast wie so eine Dauerwelle oder so.
14:56
Ja, und dann hat sie halt ein eher rundlicheres Gesicht und lächelt total süß in die Kamera. Aber sie sieht auf jeden Fall schon sehr erwachsen aus.
15:06
Ja, also ich finde auch, sie macht so einen richtig taffen Eindruck und ich finde auch vom Foto her wirkt sie viel älter als 15. Ich war auch richtig überrascht, aber ich glaube, es kommt wirklich auch viel durch diese Frisur, die man eher älteren Frauen zuordnen würde.
15:22
Deswegen ist es ganz gut, dass auf dem Fahndungsplakat, das die Polizei später veröffentlicht, Jutta noch etwas genauer beschrieben wird. Und zwar wie folgt. Jutta Hoffmann ist 175 cm groß und schlank. Sie wiegt 53 kg und hat mittelblondes kurzes Haar. Sie trug eine Unterkieferzahnspange. Beim Verlassen des Schwimmbads war sie mit einem mittelblauen Baumwollstoffkleid der Größe 158, einem gelben Kunstledergürtel mit Nieten und weißen Halbschuhen bekleidet.
15:56
Unter dem Kleid trug sie möglicherweise einen weißen Bikini mit rosa Punkten.
16:03
Direkt am Montagmorgen des 30. Juni, also dem Tag nach dem Verschwinden, durchkämmen jetzt auch Polizeibeamte und Einsatzkräfte der Feuerwehr das gesamte Waldgebiet. Auch Leichenspürhunde und ein Helikopter sind jetzt schon im Einsatz. Gleichzeitig laufen Familie und Freunde von Jutta auch den Heimweg immer wieder ab und hoffen, dass sie irgendein Überlebenszeichen finden.
16:29
Anders als am Abend zuvor gehen sie jetzt auch abseits des Weges durch den Wald.
16:36
Und tatsächlich, ein Freund der Familie findet jetzt etwas. Und zwar kauert eine Gestalt hinter einem Baum. Was? Das klingt ja super gruselig. Ja, tatsächlich ist es ein älterer Mann. Der Freund nähert sich diesem älteren Mann jetzt und sieht, dass er ziemlich disorientiert ist.
17:00
Denn er sitzt auf dem Waldboden und er hat sich tatsächlich schon eingekotet und hat blutige Kratzer an Armen und Beinen und ist auch völlig dehydriert. Der Mann stellt sich dann raus, ist tatsächlich sogar schon 91 Jahre alt und er wird ebenfalls seit gestern vermisst. Die Polizei findet heraus, dass er auf dem Rückweg von einer Gaststätte vom Weg abkam und sich dann in dem Waldstück verirrt hat.
17:28
Was für ein Zufall auch, oder?
17:30
Ja, das hat man ja schon ein paar Mal gehört, dass bei vermissten Fällen auch manchmal andere vermisste Personen gefunden werden. Also zum Beispiel bei Lars Mittag war das ja auch so. Aber wenn der alte Mann halt genau in diesem Wald war, hat der nicht vielleicht was mitbekommen?
17:44
Ja, also man kann ja vielleicht schon mal kurz erklären, dieser Mann hat jetzt eigentlich mit Jutta nichts zu tun. Der ist einfach selber vom Weg abgekommen. Der wirkt auch recht verwirrt und wurde jetzt halt in dieser Suche gefunden. Ich finde das auch so krass, weil sonst wäre der da vielleicht auch gestorben. Also ziemlich sicher, wenn nicht nach Jutta gesucht worden wäre. Das heißt, damit hat sich schon mal dieser Fall gelöst.
18:07
Aber genau, du sagst was ganz Wichtiges und tatsächlich heißt es in einigen Quellen, dass der 91-jährige Mann ausgesagt habe, in dem Wald ein junges Mädchen in einem blauen Kleid gesehen zu haben.
18:23
Und, und jetzt wird es richtig wichtig, der alte Mann hat gesehen, dass das Mädchen in Begleitung eines Mannes gewesen sei. Das würde natürlich jetzt auch passen zu dem, was man hier schon vermutet, dass Jutta vielleicht irgendwie entführt wurde oder dass da irgendwie Fremdverschulden auch mit im Spiel ist. Aber der Mann ist ja auch in einem sehr schlechten Zustand und deshalb ist auch fraglich, wie verwertbar seine Aussagen sind.
18:51
Und so vergehen jetzt die Tage, bis Tage schließlich zu Wochen werden. Aber die Einsatzkräfte setzen ihre Suche nach Jutta fort.
19:02
Auch ein Campingplatz in der Nähe des Freibads wird durchsucht. Doch auch hier gibt es keine Spur von der 15-Jährigen. Für Juttas Familie und ihre Freunde gibt es in dieser Zeit nur eine einzige Frage.
19:16
Wo ist Jutta? Ja, wenn ein Mensch verschwindet, ist das natürlich immer ganz, ganz schrecklich. Aber auch gerade bei einem Kind macht man sich, glaube ich, so riesige Sorgen.
19:24
Ja, und hier zählen ja auch die Stunden, ne? Also... Die Zeit läuft denen davon, sie wollen Jutta finden und sie wollen Jutta vor allem lebend finden. Parallel zu den Suchmaßnahmen nach ihr wird jetzt auch ein Zeugenaufruf gestartet. Und jetzt melden sich tatsächlich ein paar Zeugen, die am Tag des Verschwindens, also am 29. Juni, etwas Auffälliges rund um den Waldweg bemerkt haben wollen. Also nochmal zur Erinnerung, Jutta hat ja das Freibad dort gegen 16.45 Uhr verlassen.
19:58
Zunächst meldet sich jetzt eine junge Mutter und diese junge Mutter gibt an, dass sie an dem Tag mit ihrer Tochter um kurz nach 17 Uhr den Waldweg vom Schwimmbad in Richtung Ortsmitte von Lindenfels hinauf lief. Also wirklich nur eine Viertelstunde später, als Jutta aufgebrochen ist, das zeigt ja schon, dass dieser Weg halt eigentlich frequentiert wird. Die Frau sagt, sie sei aber nur langsam vorangekommen, da ihr Kind ständig aus dem Buggy geklettert ist, um Steine und Blätter zu sammeln.
20:28
Und auf der Mitte des Weges seien ihr dann zwei Männer entgegengekommen, die ihr merkwürdig vorkamen.
20:37
Und weil sich die Frau unwohl fühlte, sah sie sich zur Sicherheit einmal um. Und in einigen Metern Entfernung nahm sie eine andere Frau hinter sich wahr und sei dann etwas beruhigter gewesen, weil sie sich halt eben nicht alleine gefühlt hat.
20:53
Okay, einer...
20:55
Andere Frau, hat die vielleicht was mitbekommen oder kann man die ausfindig machen?
20:59
Ja, tatsächlich meldet sich genau diese Frau ebenfalls bei der Polizei. Und die gibt jetzt an dem besagten Waldweg ebenfalls an genau dem Sonntagnachmittag entlang gelaufen zu sein. Und die Frau habe auch die Mutter mit dem Kinderwagen vor sich wahrgenommen, Aber sie habe jetzt noch etwas Neues beobachtet. Und zwar hat sie auf dem Weg kurz vor der Gabelung eine Badematte gesehen und einen weißen Schuh.
21:28
Oh, das klingt ja jetzt gar nicht gut. Weil Jutta war ja vor am Schwimmbad.
21:33
Und hatte sie nicht sogar auch weiße Schuhe an? Ja, sie hatte weiße Schuhe an und sie hatte eine Badematte dabei. Das stand auf dem Fahndungsplakat. Ja.
21:42
Und dazu passt jetzt auch die Aussage einer dritten Zeugin, die sich bei der Polizei meldet und dabei handelt es sich um eine Kurgästin, die am 29. Juni gegen 18 Uhr den Waldweg vom Schwimmbad betrat. Als sie die Gabelung erreichte, habe sie sich kurz hingesetzt, erzählt sie, um sich auszuruhen.
22:01
Und dabei sei auch ihr die Badematte und ein weißer Schuh aufgefallen. Sie hat tatsächlich die Badematte jetzt mitgenommen, den Schuh hat sie aber liegen lassen. Später ist auch dieser verschwunden, weil man fragt sich ja, warum hat die Familie, warum haben die Beamte das nicht gefunden? Tatsächlich ist der Schuh schon vor den Suchmaßnahmen wieder verschwunden. Als hätte jemand den mit Absicht weggeräumt. Ja.
22:30
Also bei der Badematte hat sich ja jetzt aufgeklärt, das hat die dritte Zeugin mitgenommen, weil die wahrscheinlich gedacht hat, hat jemand verloren, kann ich gebrauchen oder so.
22:38
Also einerseits gut, dass sie es mitgenommen hat, weil dann haben sie jetzt wenigstens die Badematte, aber dadurch wurden ja auf jeden Fall auch Spuren verwischt.
22:47
Ja, und vielleicht hätten die eher was vermutet, was passiert ist, wenn die die Badematte gefunden hätten. Aber die große Frage ist, wo ist der Schuh? Den hat halt irgendwer mitgenommen und es war nur ein einzelner weißer Schuh.
23:00
Es melden sich tatsächlich noch weitere Zeugen. Und zwar ein Pärchen, das in der Nähe des Waldweges wohnt und am frühen Abend des 29. Juni Schreie aus Richtung des Waldes gehört hat, sagen sie. Sie konnten diese Schreie aber nicht weiter zuordnen.
23:19
Außerdem wurden gegen 18.30 Uhr zwei Männer auf dem Parkplatz des Friedhofs von Lindenfeld an dem Kofferraum eines Pkw beobachtet, ganz in der Nähe der Weggabelung im Balch. Auffällig, dass hier auch wieder von zwei Männern gesprochen wird, ne?
23:36
Ja, also das hat ja auch schon die junge Mutter erzählt, dass sie sich unwohl gefühlt hat wegen den beiden Männern. Und auch bei dem Pkw, an dem die beiden Männer gesehen wurden, haben wir ein paar mehr Informationen. Dabei soll es sich nämlich um einen dunklen Fort mit Kennzeichen aus Rheinhessen gehandelt haben.
23:54
Und die Männer werden wie folgt beschrieben. 30 bis 35 Jahre alt, schlank, gepflegte Erscheinung, dunkles, kurzes und grauses Haar, einer mit grobporiger und narbiger Haut. Und tatsächlich hat die Mutter, die die beiden Männer gesehen hat, diese beiden Männer auch ähnlich beschrieben, äußerlich. Aufgrund all dieser Hinweise ist sich die Polizei nun sicher, dass Jutta Hoffmann Opfer einer Straftat wurde.
24:22
Deshalb wird jetzt öffentlich nach genau den zwei unbekannten Männern und dem Auto gefahndet. Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, wird von der Staatsanwaltschaft eine Belohnung in Höhe von 5000 Mark ausgesetzt. Doch aus Wochen werden jetzt Monate.
24:40
Und auch ein Jahr später, im Juli 1987, gilt Jutta noch immer als vermisst. Oh wow, also da passiert ja erstmal ganz wenig in dem Fall. Es ist so schrecklich, also die Familie lebt wirklich dieses Jahr in kompletter Ungewissheit.
24:59
Und deshalb wenden sich die Ermittler jetzt auch erneut an die Öffentlichkeit. Man muss ja sagen, alles, was sie irgendwie rausfinden konnten, war durch die Öffentlichkeit, also war durch Zeuginnen und Zeugen. Und diesmal versuchen sie es über die Sendung Aktenzeichen XY ungelöst.
25:15
Die wird damals noch von Eduard Zimmermann moderiert. Der Moderator Zimmermann fragt die Zuschauer jetzt, ob jemand Hinweise zu Jutas Aufenthaltsort oder zu Personen geben kann, die etwas mit dem Verschwinden des Mädchens zu tun haben könnten. Doch auch dieser Versuch führt ins Nichts. Und so vergehen weitere Monate, in denen sich nichts tut. Keine neuen Hinweise, keine Spur.
25:41
Familie Hoffmann lebt weiter in Angst und Ungewissheit. Aber die Hoffnung aufgeben, das kommt für sie nicht in Frage. Sie hoffen, dass Jutta noch lebt und eines Tages einfach wieder nach Hause kommt. Bis zum 10. Februar 1988. Es ist ein Tag, der den Angehörigen die letzte Hoffnung nehmen wird. Denn an diesem Wintertag geht ein Mann mit seinen Hunden den Waldweg entlang, den auch Jutta am Tag ihres Verschwindens ging.
26:13
Und plötzlich wittern die Hunde etwas und ziehen tiefer in den Wald hinein. Der Mann folgt ihnen jetzt und dann sieht er es.
26:24
Zwischen Ästen ragen vereinzelte Knochen aus dem Waldboden. Der Mann hält das zuerst für tierische Überreste, doch als er sich nähert und die Knochen genauer betrachtet, erkennt er blaue Stofffetzen. Sofort kommt ihm jetzt die 15-jährige Jutta Hoffmann in den Sinn, die inzwischen seit über anderthalb Jahren vermisst wird und am Tag ihres Verschwindens ein blaues Kleid trug.
26:49
Der Mann verständigt deswegen jetzt sofort die Polizei, die den Fundort jetzt absperrt. Und bei dem Herausheben der Leiche finden die Beamten jetzt außerdem einen zusammengerollten Kunstledergürtel.
27:00
Oh nein, und das war der Gürtel, den Jutta auch getragen hat.
27:04
Genau, also ich habe ja vorgelesen im Verhandlungsplakat, sie hatte so einen Nietengürtel um und es ist genau der.
27:11
Und tatsächlich gibt es am Ende auch noch ein Abgleich des Zahnstatus. Und der bringt dann auch vollends Gewissheit. Und der ergibt tatsächlich, dass es sich um Jutta Hoffmann handelt. Nach wirklich langer Zeit haben sich also die schlimmsten Befürchtungen der Familie bestätigt. Ihre Tochter ist tot. Oh Gott, wie schrecklich.
27:32
Was mich aber gerade so aufhorchen lassen hat, war, das ist doch irgendwie total komisch, dass der Mann...
27:40
mit seinen Hunden sie jetzt im Wald findet? Also wurde dieser Wald nicht mehrmals damals durchsucht nach dem Verschwinden von Jutta?
27:48
Ja, habe ich mich auch gefragt. Also genau darüber bin ich auch gestolpert. Tatsächlich zu dem jetzigen Zeitpunkt weiß man das noch nicht. Aber sicher ist auf jeden Fall, dass Juttas Leichnam da schon sehr lange Zeit liegt, weil es waren einfach nur noch Knochen. Also sie muss dort wirklich lange gewesen sein.
28:04
Also weiß man nicht, ob ihr Körper dort später erst abgelegt wurde?
28:09
Also es kann tatsächlich sein, dass sie später erst dort abgelegt wurde, irgendwann nach der Tat, nachdem die Suchmaßnahmen vorbei sind. Das kann sein. Oder ob sie halt einfach so tief vergraben wurde unter der Erde, unter dem Laub, unter den Ästen, dass erst durch die Witterung und durch Tiere und so jetzt erst die skelettierte Leiche wieder sichtbar wurde.
28:32
Ja, ich weiß, dass wir schon mal in einem Fall recherchiert haben, auch einen vermissten Fall, den haben wir auch noch nicht hier veröffentlicht, aber ich weiß, dass es da in den Ermittlungen auch ein großes Thema war, ob Wildschweine die Leiche ausgebuddelt haben und dann vielleicht sogar gegessen haben. Also das Das könnte doch auch eine Möglichkeit sein, wie jetzt die Leiche zutage kam, oder?
28:57
Ja, also das wäre irgendwie das Einzige, dass sie halt so gut verbuddelt wurde und so krass versteckt, dass es erst mit Tieren und der Zeit sichtbar wurde. Aber es kann zum jetzigen Zeitpunkt halt auch wirklich nicht ausgeschlossen werden, dass sie irgendwann nach ihrem Tod dort abgelegt wurde, möglicherweise nachdem die Suchmaßnahmen halt eingestellt wurden und der Mörder sich sicher gefühlt hat, sie dort abzulegen.
29:21
Denn auch die Einsatzkräfte sind sich sicher, es gäbe kein Zentimeter, der nicht gründlich abgesucht worden sei. Man hätte sie also dort gefunden. Aber das ändert natürlich als alles nichts an der traurigen Gewissheit, dass Jutta tot ist. Zumindest das wissen ihre Familie und Freunde jetzt. Doch die Ungewissheit bleibt, denn nur die Frage verändert sich jetzt. Aus Wo ist Jutta? wird nun Was ist mit Jutta passiert?
29:51
Doch es kommt jetzt weiter Bewegung in den Fall. Nur einen Tag nach dem Leichenfund, am 11. Februar 1988, meldet sich jetzt ein Jugendlicher bei der Polizei. Dieser hatte vor zwei Jahren zusammen mit seinem Cousin eine kleine Hütte in dem Wald gebaut, nur knapp 60 Meter vom Leichenfundort entfernt. Und in dieser Hütte lagerte er damals zwei Spaten. Das ist jetzt ganz wichtig. Und er erinnert sich, dass er an einem Tag im Sommer 86, also der Sommer, in dem Jutta verschwunden ist, dass an einem dieser Tage plötzlich einer der beiden Spaten verschwunden gewesen war.
30:34
Und der andere Spaten vor der Hütte gelegen habe. Und er meldet sich jetzt erst, weil wahrscheinlich einfach wieder viel über den Fall berichtet wurde, oder?
30:43
Ja, weil er sagt selber, er war darüber irgendwie irritiert, aber er hat dem Ganzen halt irgendwie keine größere Bedeutung zugemessen. Er hat das nicht connected, aber jetzt nach dem Leichenfund hat er sich den Spaten, der damals vor seiner Hütte lag, nochmal genauer angesehen.
30:59
Also ich finde das auch Wahnsinn, dass das zwei Jahre später passiert. Aber er hat den anscheinend danach nie wieder benutzt, diesen Spaten. Weil der Spaten ist tatsächlich noch genau in dem gleichen Zustand wie damals. Der wurde zwei Jahre lang einfach nicht benutzt. Und dem Jugendlichen fallen jetzt rötliche Verfärbungen am Spaten auf. Und er fragt sich, könnte das Blut sein? Die Polizei nimmt den Spaten jetzt in Beschlag und asserviert ihn zusammen mit den Kleiderresten, die an dem Skelett sichergestellt werden konnten.
31:29
Der Stiel und die Schaufel des Spatens werden jetzt mit Spurensicherungsfolien abgeklebt. Und die Beamten stellen jetzt fest, dass es sich bei den rötlichen Antragungen nicht um Blut handelt. Aber etwas anderes ganz Spannendes wird gefunden, denn an den Sicherungsfolien bleibt etwas haften. Und zwar menschliche DNA.
31:52
Boah, was für ein krasser Glücksgriff. Aber... Zu dieser Zeit ist ja eigentlich DNA-Analyse noch gar nicht so ein Thema, oder?
32:00
Also es ist auf jeden Fall noch nicht so weit entwickelt wie heute. Also man kann schon DNA auf jeden Fall extrahieren und man kann es auch schon Personen zuordnen, aber man braucht halt richtig große Mengen, um das irgendwie tun zu können.
32:19
Und das ist in diesem Fall nicht so. Also an dem Spaten werden einfach zu wenig Partikel gesichert und deswegen kann man auch keine aussagekräftige DNA-Analyse machen. Und unter den Partikeln kann ja genauso gut auch die DNA des Jugendlichen sein. Ja, und das ist halt wirklich so eine winzige Menge an Material, dass sich da noch gar nicht richtig feststellen lässt, von wem die einzelnen Partikel stammen.
32:40
Aber auch selbst, wenn man daraus ein DNA-Profil des Täters hätte gewinnen können, gibt es damals ja auch noch keine bundesweite DNA-Datenbank, mit der man dieses Profil irgendwie hätte abgleichen können. Aber Gott sei Dank macht die Polizei das, was ich gehofft hatte. Sie archivieren die DNA, also die Spurensicherungsfolie, in Pegamenthüten und lagern das in der Asservatenkammer des Landeskriminalamts ein. Obwohl jetzt wieder auf Hochton ermittelt wird und mehrere Personen befragt werden, kommen die Beamten trotzdem nicht wirklich weiter.
33:13
Und so wird der Fall jetzt tatsächlich zu etwas, was wir hier auch schon oft besprochen haben, denn der Fall Jutta Hoffmann wird zum Cold Case. Das heißt jetzt halt nicht, dass die Ermittlungen eingestellt werden, aber es wird halt eben auch nicht mehr aktiv ermittelt, bis neue Hinweise, Technologien oder Ermittlungen ihn irgendwie wieder aufgreifen.
33:35
Ja, das kennen wir ja irgendwie schon aus vielen anderen Fällen, dass dadurch wirklich der Fall erst mal vergraben wird sozusagen und die Angehörigen und Ermittler lange im Ungewissen bleiben.
33:48
Ja, also an genau so einer Stelle endet halt oft die Geschichte, weil es einfach nie wieder sich angeschaut wird, weil es vielleicht auch nie wieder irgendwas Neues gibt. Und Lynn, das finde ich jetzt so krass, das ist tatsächlich jetzt auch im Fall Jutta Hoffmann so, Und zwar ganze 32 Jahre. 32 Jahre lang gibt es jetzt keine weiteren Spuren mehr. Es gibt keinen Durchbruch. Es gibt keine Antworten, wer Jutta Hoffmann getötet haben könnte. Das sind 32 Jahre komplette Ungewissheit für ihre Familie.
34:23
32 Jahre, in denen der oder die Täter einfach so draußen weiter frei herumlaufen. Und man weiß ja auch nicht, ob die das noch anderen Menschen angetan haben. Also es ist so eine unfassbar gruselige Vorstellung und das Allerschlimmste für die Familie, einfach so weiterleben zu müssen und zu wissen, es ist ein Cold Case geworden. Wir machen jetzt mal einen Zeitsprung von genau 32 Jahren und gehen ins Jahr 2020.
34:51
Die Cold Case Unit des Landeskriminalamts Hessen nimmt sich in diesem Jahr die alten Asservate noch einmal genauer unter die Lupe. Und darunter befinden sich auch die Spurensicherungsfolien, also die damals gefundene DNA. Damals hatten die Ermittler ja zunächst eine andere Spur verfolgt, wir erinnern uns. Zeugen hatten ja am Abend von Juttas Verschwinden zwei Männer in der Nähe des Waldwegs beobachtet. Deswegen haben sich natürlich die Ermittlerinnen und Ermittler sehr auf zwei Männer konzentriert.
35:22
Ist ja auch irgendwie klar, die waren ja super auffällig. Außerdem wurde ja auch nach dem dunklen Fort mit einem Kennzeichen aus Rheinhessen gesucht. Diese beiden Männer konnten allerdings nie identifiziert werden und die Spur ist im Sande verlaufen.
35:36
Aber ehrlich gesagt, das habe ich mich vorhin auch schon gefragt, Also außer dem Fakt, dass es zwei Männer waren, waren die ja nicht so auffällig, oder? Die haben ja nichts Komisches gesagt oder so.
35:47
Nee, aber die haben sich ja nie gemeldet und die waren genau zur Tatzeit am Tatort.
35:52
Ja, ja, aber also ist auffällig, aber ist jetzt auf jeden Fall nicht so, dass man sagt, ja, die waren blutbeschmiert oder haben irgendwie die Bademotte getragen oder so. Also klare Beweise, außer dass diese zwei Männer auf diesem Spazierweg waren, gab es ja jetzt nicht.
36:09
Genau, das Einzige, was es wirklich ergibt an wirklichen Beweisen, ist halt diese DNA. Und jetzt, 32 Jahre später, gibt es endlich eine Möglichkeit, die die Ermittler damals noch nicht hatten, nämlich moderne DNA-Analyse. Auf einer der Folien, mit der damals der Spatenstiel abgeklebt wurde, finden die Beamten jetzt zehn auswertbare Probenansätze. Das ist zwar eine überschaubare Menge, aber ausreichend, um sie DNA-analytisch zu untersuchen. Denn die DNA-Technik hat sich in den vergangenen Jahrzehnten enorm weiterentwickelt und deswegen geht man halt diesen neuen Schritt auch.
36:46
Und jetzt reichen vielleicht auch diese paar Proben aus, oder? Ja, also damit kann tatsächlich jetzt ein Profil erstellt werden. Ich finde das ja immer noch crazy, weil das basiert ja immer noch auf der Annahme, dass der oder die Mörder den Sparten von diesem Jugendlichen geklaut haben müssen. Also es wirkt ja auch dann sehr spontan, da hat ja niemand was mitgebracht.
37:04
Ja.
37:04
Sondern hat sich einfach in der Hütte was genommen. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit auch, dass du da halt so einen Spaten findest, den du in dem Moment brauchst. Das ist ja alles sehr ungeplant, sehr zufällig und deswegen hätte ich da jetzt auch gar nicht so große Hoffnung, dass das auch wirklich am Ende zum Täter führt. Mhm.
37:23
Aber dann passiert etwas, womit früher niemand hätte rechnen können. Der Abgleich der DNA-Spuren vom Spaten mit der inzwischen existierenden bundesweiten DNA-Analyse-Datei ergibt tatsächlich einen Treffer. Die DNA gehört einem Mann namens Wolfgang N. An dieser Stelle ein kurzer Hinweis, den Namen haben wir abgeändert. Und auch nochmal kurz an dieser Stelle als kleine Warnung oder Ankündigung.
37:53
Es gibt jetzt dieses DNA-Match und man könnte jetzt denken, der Fall hat sich jetzt gleich geklärt und die Folge ist vorbei. Aber wir kommen gleich noch zu einem Kapitel, das ich so spannend finde. Dafür müssen wir noch kurz ein bisschen abwarten. Wir haben also jetzt ein DNA-Match mit diesem Wolfgang N. Punkt.
38:12
Und auch seine Sozialdaten passen zum Täterprofil. Zum Tatzeitpunkt 1986 lebt er in der Nähe von Darmstadt, also nicht weit von Lindenfels entfernt. Und nur ungefähr eineinhalb Jahre nach Jotas Verschwinden ist er dann nach Norddeutschland gezogen.
38:30
Also das ist natürlich schon sehr auffällig. Kann man dann irgendwie herausfinden, ob er schon polizeilich bekannt ist?
38:39
Ja, also er ist ja in der Datenbank drin. Ah ja, okay. Also seine DNA ist ja in der Datenbank. Aber dann muss er ja irgendwas schon gemacht haben. Genau, also DNA wird ja nicht von jedem Menschen gespeichert, Gott sei Dank auch irgendwie. Aber wenn man polizeilich bekannt ist, dann gibt es halt eben die Abspeicherung in der DNA-Datenbank, dass wenn man andere Taten begangen hat, dass man das dann schneller zurückführen kann auf die Person.
39:01
Und ich muss in diesem Fall sogar sagen, polizeilich bekannt ist bei Wolfgang N. untertrieben. Wolfgang N. ist mehrfach vorbestraft, vor allem wegen schwerer Sexualstraftaten. Oh nein, aber das würde ja tatsächlich sehr passen.
39:19
Ja, und auch das, was er vor Jotas Verschwinden getan hat, passt dann doch zu dem, was man auch in Jotas Fall vermutet. Und das müssen wir uns jetzt einmal auch abgekürzt natürlich anschauen. Und tatsächlich werde ich bei jeder Tat so wütend, wie dieser Mann einfach immer noch weitermachen kann. Denn bereits 1983, also drei Jahre vor Jotas Verschwinden, drang Wolfgang N. über einen Balkon in die Wohnung einer jungen Frau ein und versuchte, sie zu vergewaltigen. Der Partner der Frau hielt sich zu dem Zeitpunkt im Bad auf, hörte die Geräusche und konnte dann auch rechtzeitig dazwischen gehen.
39:55
Für diese Tat wurde Wolfgang N. vom Landgericht Darmstadt zu einem Jahr und fünf Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.
40:04
Also kurz darauf klarkommen, dass dieser Mann ein bisschen mehr als ein Jahr dafür kriegt. Im Sommer 1988 zog Wolfgang N. dann von Hessen nach Hamburg und dann kurze Zeit später weiter nach Kiel. Und hier setzte er seine Sexualstraftaten fort. Vier Jahre später lockte er eine Frau in seine Wohnung, schlug sie nieder, fesselte und knebelte sie und vergewaltigte sie unter Androhung eines Messers. Das Opfer hat die Tat tatsächlich überlebt und ging dann zur Polizei.
40:36
Und das Landgericht Kiel verurteilte Wolfgang N. dafür zu fünf Jahren Haft. Also wirklich, ich komme nicht klar auf diese Strafsätze, aber es wird noch krasser. Nach seiner vorzeitigen Entlassung kam es dann erneut zu einer Vergewaltigung. Man fragt sich auch nach zwei Taten, ob dieser Mann halt eine unfassbar hohe Rückfallwahrscheinlichkeit hat, was ja offensichtlich ist. Diesmal ist das Opfer eine Mitarbeiterin einer Gaststätte und für die Vergewaltigung dieser Frau erhält Wolfgang N. eine weitere Freiheitsstrafe von diesmal neuneinhalb Jahren.
41:13
2008 war auch diese Strafe dann abgesessen. Wolfgang N. wurde für vier Jahre unter Führungsaufsicht gestellt und musste unter anderem regelmäßig therapeutische Gespräche wahrnehmen und ein triebdämpfendes Medikament einnehmen. Doch auch das hält ihn nicht davon ab, weitere Übergriffe zu begehen.
41:33
Oh mein Gott, also das ist ja wirklich ein Serienvergewaltiger.
41:37
Ja.
41:38
2012 sucht Wolfgang N. über eBay Kleinanzeigen eine Babysitterin. Es ist eine Kieler Studentin, die sich auf die Anzeige meldet. Wolfgang N. überwältigt die junge Frau in ihrer Wohnung und setzt Pfefferspray gegen sie ein. Doch die Frau kann sich wehren und kann fliehen. Das Landgericht Kiel verurteilt Wolfgang N. dafür erneut zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. Also das sind einfach vier. vier Verurteilungen wegen Sexualdelikte.
42:07
Und das sind ja nur die, die angezeigt wurden. Also wer weiß, ob er nicht vielleicht sogar noch mehr zumindest Frauen belästigt hat. Und er wurde ja sogar einmal frühzeitig entlassen, oder? Also wie krank. Dieser Typ sollte eigentlich für immer weggesperrt werden.
42:23
Es ist wirklich so unfassbar. Also Ja, ich glaube nach der ersten Tat hätte man vielleicht schon erkennen können, dass dieser Mann sich nicht ändern will und wird. Nach der zweiten hätte man das dann vor allem erkennen können. Aber tatsächlich hat vor allem das letzte Urteil auch noch dann eine weitere Konsequenz. Diesmal ordnet das Gericht eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an, also im sogenannten Maßregelvollzug.
42:52
Wir machen eine ganz kurze Unterbrechung und Lynn, ich glaube, es ist mal wieder an der Zeit, dass wir hier über die Podcast-Oma sprechen. Oh mein Gott, ja. Ich will auch unbedingt, dass sie bald mal wieder selbst zu Wort kommt. Ich muss dran denken, ein Mikro mitzunehmen zu ihr.
43:05
Und was ich bei ihr so beeindruckend finde, die ist halt noch...
43:07
Ach, so fit für ihr, Alter. Ja, vor allem geistig, das merke ich dir richtig doll an. Und eine Sache habe ich mir abgeschaut, darüber reden wir auch häufiger hier bei Mord of X, und zwar Routine. Weil die Podcast-Oma, die ist ein richtiger Routine-Mensch. Also ich glaube, ich kenne niemanden, der so viele Routinen hatte. Ganz viel hat mit Putzen zu tun, aber auch mit irgendwie viel im Garten sein. Sie ist immer zur gleichen Zeit ins Bett gegangen und... Genau dieses Routinenhaben, das habe ich mir auch vorgenommen, genauso zu machen wie meine Oma, weil bei ihr hat es ja auf jeden Fall funktioniert über die Jahre.
43:42
Ja, und eine Routine, die ich mir ja angewöhnt habe, ist jeden Morgen mein HG1 zu trinken mit Zitrone und Eiswürfeln. Und HG1 ist da einfach mein tägliches Nährstofffundament mit Vitaminen, Mineralstoffen und Bakterienkulturen. Und es ersetzt bis zu 15 einzelne Supplements, wie zum Beispiel Vitamin C, A, B12, Calcium, Magnesium, Zink. Und vieles mehr.
44:02
Und übrigens, das ist auch ein Grund, warum ich AG1 auch meiner Oma untergejubelt habe, weil ich will, dass sie all diese wichtigen Supplements in nur einem Getränk bekommt und ich muss sagen, man hat einfach Energie, also das kann ich an mir selber sehen und, das ist mir zumindest jetzt auch aufgefallen, Ich und zum Beispiel auch Alex nimmt auch AG1 jeden Tag. Wir waren dieses Jahr eigentlich noch gar nicht krank. Es ist nämlich so, dass AG1 das Immunsystem unterstützt. Das Ganze wurde durch vier klinische Studien gestützt. Also es ist auch damit die absolute Ausnahme in der Supplementbranche.
44:35
Und alle Details zu den gesundheitlichen Vorteilen der einzelnen Nährstoffe findet ihr auch im Link in den Shownotes. Und da verlinken wir euch auch nochmal natürlich den Code, den ihr nutzen könnt und den Link, den ihr dafür klicken könnt, denn unter drinkag1.com slash modofx, also drinkag1.com slash modofx, erhaltet ihr für kurze Zeit 20 Euro Rabatt auf eure erste Bestellung. Und on top gibt es auch nochmal fünf Travel Packs, eine Flasche Vitamin D3 plus K2 und das Welcome Kit gratis bei Abschluss eines monatlichen Abos nochmal mit dazu.
45:12
Das Gute ist auch, ihr habt eine 30-Tage-Geld-Zurück-Garantie, keine Versandkosten und keine Vertragslaufzeit. Ihr könnt also jederzeit pausieren oder kündigen. Aber probiert es doch einfach mal selber aus.
45:23
Alle weiteren Infos findet ihr in den Show Notes.
45:27
Und hier stellt jetzt auch ein Gutachter bei Wolfgang N. eine ausgeprägte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen, dissozialen und histrionischen Persönlichkeitsanteilen fest. Und aufgrund seiner Vorgeschichte sieht der Gutachter bei Wolfgang N. jetzt auch ein erhebliches Rückfallrisiko.
45:47
Außerdem diagnostiziert der Gutachter bei Wolfgang N. eine abweichende sexuelle Neigung mit dominanten und erniedrigenden Mustern und einem hohen Triebpotenzial. Die Ausübung von Gewalt würde er als positiven Stimulus empfinden und dadurch sexuell erregt werden. Also das passt ja tatsächlich alles sehr zu der Tat, die Jutta passiert ist.
46:12
Also er lebte zu dem Tatzeitpunkt in der Nähe von Lindenfels, er hat sehr einschlägige Vorstrafen und seine DNA wurde ja auch noch auf dem Spaten gefunden.
46:23
Und ich finde, das erklärt auch ein bisschen das, was du gerade so komisch fandest, dieses so, man nimmt doch dann nicht spontan einfach den Spaten, aber wenn das so ein Triebtäter war, kann es ja wirklich sein, dass er Jutta im Spaziergang getroffen hat.
46:38
Und halt dann sich dazu entschlossen hat, diese Tat zu begehen.
46:42
Ja, und ich habe dir erzählt, Jutta, die konnte sich erwehren. Die war ja gut, die war ja im Judo wirklich sehr weit fortgeschritten. Was ja auch sehr auffällig ist, er hat die Opfer sonst ja, in Anführungszeichen natürlich, nur vergewaltigt und nicht getötet. In Juttas Fall aber schon. Und man kann jetzt hier vielleicht vermuten, dass Jutta sich einfach mehr gewehrt hat und er deswegen extremer wurde. Aber das ist auch erstmal jetzt nur eine Vermutung. Alles, was du erzählt hast, ist natürlich schon auffällig genug. Also für die Ermittler ist das ein riesengroßer Verdachtsfall, dass es sich auch bei dem Täter in diesem Fall um Wolfgang N. handelt.
47:19
Aber die Ermittler müssen ja auch den Mord an Jutta noch weiter beweisen. Und deshalb kommen wir zu dem Kapitel, was ich so spannend finde. Deshalb greift nämlich die Cold Case Unit aus Hessen auf eine besondere Ermittlungsmaßnahme zurück.
47:34
Und zwar setzen sie jetzt verdeckte Ermittler ein. Und damit beginnt jetzt ein ganz neuer Abschnitt in den Ermittlungen. Kurze Erklärung, weil ich glaube, wir haben darüber hier halt noch nicht so häufig gesprochen. Ein verdeckter Ermittler wird im Polizeijargon jetzt einfach kurz VE genannt. Ist ein Polizeibeamter, für den jetzt extra eine neue, andere Identität, eine sogenannte Legende aufgebaut wird.
48:03
Und unter dieser Identität versucht der Ermittler, das Vertrauen eines Verdächtigen zu gewinnen und Informationen zu bekommen, an die die Polizei auf normalem Wege möglicherweise nicht gelangen würde.
48:15
Verdeckte Ermittler erhalten einen anderen Namen, einen falschen Pass, ihr Aussehen wird verändert und manchmal wird für sie sogar extra eine neue Wohnung angemietet. Und solche verdeckten Einsätze können sich wirklich über Wochen oder Monate erstrecken. Man muss auch sagen, so eine Maßnahme ist natürlich ein krasser Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Verdächtigen, weil jemand spielt dem ja komplett was vor über Monate. Teilweise fakten die wirklich Beziehungen, ne? Also... Da werden wirklich Flirtversuche und so gestartet. Ich finde das so spannend.
48:45
Wir haben ja, wir haben neulich, kann ich jetzt auch nicht genau sagen, in welchem Zusammenhang, mal mit einem verdeckten Ermittler gesprochen, der uns erzählt hat, dass er auch einfach, ja, sich als ein Drogensüchtiger ausgegeben hat, über Wochen und halt einfach auch genauso gelebt hat, was ja einfach... Was auch super extrem ist und das finde ich so beeindruckend von Ermittlern und Ermittlerinnen, die diesen Job ausführen.
49:13
Total und weil das eben halt so extrem ist, wie du schon sagst und das halt auch so einen extremen Eingriff an die Persönlichkeitsrechte darstellt, ist es auch gar nicht so einfach, das bei der Polizei auch so durchzuwinken.
49:25
Also solche Einsätze sind rechtlich sehr streng geregelt. Sie kommen eigentlich nur unter bestimmten Voraussetzungen bei besonders schweren Straftaten und einem konkreten Verdacht in Frage. Und das ist ja in diesem Fall so. Und sie sind auch dann das letzte Mittel der Strafprozessordnung. Also sie kommen wirklich nur dann zum Einsatz, wenn alles andere aussichtslos ist.
49:48
In unserem Fall werden die Maßnahmen genehmigt. Im Sommer 2021 wird jetzt ein verdeckter Ermittler auf Wolfgang N. angesetzt. Sein Kürzel lautet VE1. Und so nenne ich ihn jetzt auch weiterhin. Also wir kennen seinen wahren Namen nicht. Das wird alles streng geheim gehalten. Und auch im Gerichtsurteil, in Gerichtsdokumenten gibt es hier bestimmte Anonymisierungen.
50:14
Wolfgang N. hat im Rahmen seiner Therapie im Maßregelvollzug inzwischen Lockerung bekommen und darf deswegen einmal im Monat in einem Tierheim in der Nähe arbeiten und dort Hunde ausführen. Und das weiß jetzt auch die Polizei und genau dort wird VE1 eingesetzt.
50:33
Teil seiner Legende, also seiner Fake-Persona, ist, dass er in dem Tierheim ebenfalls Sozialstunden ableisten muss. Er muss sich dem Verdächtigen jetzt natürlich langsam nähern und darf jetzt nicht auffallen, denn sonst könnte der irgendwie einen Verdacht schöpfen. Und nach mehreren Wochen, im November 2021, schafft VE1 es dann zum ersten Mal, mit Wolfgang N. ins Gespräch zu kommen.
51:03
Über die gemeinsame Begeisterung für Hunde können die beiden jetzt bonden.
51:09
Ein Hund aus dem Tierheim hat es nämlich Wolfgang N. besonders angetan. Elliot. Wolfgang N. plant, nach seiner Entlassung aus der Klinik, den Hund Elliot bei sich aufzunehmen. Für VE1 ist das ein guter Bezugspunkt. Er gibt sich jetzt total beeindruckt davon, wie gut Wolfgang N. mit Elliot umgeht. Das war so smart, finde ich, wie er psychologisch versucht...
51:35
halt diesen Mann zu knacken. Es ist auf jeden Fall eine emotional gute Taktik, würde ich sagen.
51:41
Vor allem einem Narzissen Komplimente zu machen, ist auch, wie du schon sagst, nicht dumm.
51:47
Von da an unterhalten sich die beiden Männer jetzt öfter. Und mit der Zeit wird Wolfgang N. jetzt immer zugänglicher. Es entwickelt sich tatsächlich allmählich eine vermeintliche Freundschaft zwischen Wolfgang N. und V.E.1. Und innerhalb dieser vertrauensvollen Verbindung erzählt Wolfgang N. ihm jetzt sogar von seiner Vergangenheit als Sexualstraftäter.
52:11
Anfangs ist bei den Treffen von Wolfgang N. und VE1 noch eine Begleitperson der Klinik dabei, in der Wolfgang N. untergebracht ist. Wenn die beiden Männer dann also vertrauliche Gespräche führen wollen, entfernen sie sich einfach einige Meter von der Begleitperson und sprechen da über Dinge. Doch schon bald darf Wolfgang N. im Beisein von VE1 und ohne weitere Begleitung das Klinikgelände verlassen.
52:41
An der Stelle habe ich mich übrigens gefragt, wie das sein kann.
52:44
Ja, ist das irgendwie so ein Trick von der Polizei?
52:47
Ja, und ob die das irgendwie eingefädelt haben, habe ich mich gefragt, weil im Grunde darf ja keiner wissen, dass VE1 von der Polizei kommt. Also das sagen die wirklich niemandem, das wissen nur intern bei der Polizei ganz wenig Menschen.
53:00
Aber die Klinik hat tatsächlich ganz allein die Form der Lockerung genehmigt, ohne dass die Polizei das initiiert hat. Aber es kommt ihr natürlich sehr gelegen, denn jetzt haben die beiden vertrauliche Gespräche ohne dritte Person. Gegenüber der Klinik hat Wolfgang N. V.E. 1 nämlich jetzt auch als seine, Zitat, Vertrauensperson benannt. Und deshalb darf er ihn von jetzt an bei seinen Ausgängen als einzigen Begleiter mitnehmen.
53:28
Boah, wie krass, dass er auch einfach jetzt diesen Ermittler als seine Vertrauenspersonen angibt. Also das zeigt ja schon, dass der VE1 total zu ihm durchgedrungen ist. Ja, und ich finde, das zeigt auch voll, dass Wolfgang N. niemand anderen hat.
53:43
Also er nennt einen gerade erst kennengelernten Mann, mit dem er sich gut versteht, jetzt als seine Vertrauenspersonen.
53:51
Aber VE1 hat es einfach sehr schlau hinbekommen, denn er fängt jetzt an, noch mehr zu bonden mit Wolfgang N. Bei ihren Treffen unterhalten sich die beiden jetzt nicht nur über Hunde, sondern auch über Fußball. Ein weiteres Thema, was Wolfgang N. sehr interessiert und das weiß VE1 auch. Klug. Wolfgang N. erzählt jetzt, dass er seit seiner Kindheit ein großer Fan des SV Darmstadt 98 ist. Und?
54:16
Das ist jetzt VE1 perfekter nächster Zugang.
54:20
Er so, oh, was für ein Zufall. Ich auch.
54:24
Nee, nicht unbedingt, aber er macht jetzt ein Geschenk zum ersten Mal. Das nächste Mal, als sich Wolfgang N. und VE1 treffen, schenkt VE1 ihm jetzt einen Fanschal. Außerdem fangen sie jetzt an, gemeinsam Fußballspiele auf seinem iPad zu schauen.
54:41
Und die beiden treffen sich jetzt auch außerhalb der Arbeit für gemeinsame Fernsehabende. Und ich finde jetzt wird es so krass, weil tatsächlich nutzt VE1 jetzt keine andere Sendung als Aktenzeichen XY umgelöst, um mit Wolfgang N. über verschiedene Kriminalfälle ins Gespräch zu kommen.
55:06
Denn es ist so, dass Wolfgang N. die Sendung ganz gerne schaut. Wie auffällig. Und bei einem dieser Gespräche geht es um einen Cold Case, bei dem eine Frau ermordet wurde. Und Wolfgang N. erwähnt da plötzlich, dass der Täter einen entscheidenden Fehler gemacht habe. Er sei nämlich nach der Tat in der Stadt geblieben. Wäre der Täter aber stattdessen weit weggezogen, Zitat, nicht ins Ausland, aber auf jeden Fall weit weg, dann hätte er klüger gehandelt. Ist ja auch super auffällig, weil er ist doch danach nach Hamburg gezogen.
55:39
Ja, also das ist tatsächlich auch der Punkt, wo die Polizistinnen und Polizisten merken, die Maßnahmen beginnen allmählich Früchte zu tragen. Weil er offenbart hier ja Insights in seine eigene Gedankenwelt. Also es ist ja genau das, wie du schon sagst, was er getan hat.
55:56
Im Frühjahr 2023 laufen die verdeckten Ermittlungen bereits seit eineinhalb Jahren, also für einen verdeckten Einsatz wirklich lang. Und dann steht ein Abend vor, von dem sich die Ermittler besonders viel versprechen. Denn dieser Abend ist komplett eingefädelt und konstruiert.
56:17
Es ist der späte Nachmittag des 22. März 2023. VE1 holt Wolfgang N. in der Klinik ab. Nach einem Spaziergang haben die beiden noch einen gemeinsamen Fernsehabend geplant. Heute auf dem Programm mal wieder Aktenzeichen XY ungelöst.
56:35
Moderator Rudi Zerne stellt verschiedene Kriminalfälle vor und bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Und die Polizei hat dafür jetzt extra ein Ferienhaus angemietet. Wow. Alles soll jetzt möglichst ungezwungen wirken. VE1 kocht jetzt Wolfgangs Lieblingsessen. Und dann hat er noch eine Überraschung für ihn, eine vermeintliche Urkunde des Tierheims. Darin steht, dass Wolfgang N. bei der Vergabe des Hundes Elliot ein Mitspracherecht bekommt.
57:05
Ohne seine Zustimmung kann der Hund nicht mehr aus dem Tierheim weggegeben werden.
57:09
Man muss sagen, das ist alles fake. Also dieses Ferienhaus. Ja, ich wollte gerade schon sagen, für was steht das Ferienhaus? Soll das das Haus des Ermittlers darstellen?
57:18
Ja, das ist das Haus von VE1, was natürlich fake ist, damit sie ihn nicht zu ihm nach Hause bringen müssen. Aber es soll jetzt alles so wirken, als ob die persönlich bei VE1 kochen und Fernsehen schauen.
57:31
Wolfgang N. ist von diesem Abend und vor allem der Geste mit dem Hund total überwältigt und hoch emotional. Den Tränen nah fällt er VE1 jetzt vor Dankbarkeit um den Hals. Wolfgang N. meilt sich jetzt aus, wie es sein wird, nach seiner Entlassung Elliot endlich zu sich zu holen.
57:50
Das finde ich aber auch immer so ein bisschen wild. Manchmal haben ja wirklich Täter so krasse Bindungen dann zu Tieren und sind halt so, ja, ich vergewaltige Frauen und das ist überhaupt kein Ding für mich moralisch, aber Tiere sind das Allerwichtigste. Also das finde ich dann immer so ein bisschen ironisch, dass einem wirklich Frauen und Kinder egal sind, aber...
58:12
Für die Hunde würde er dann alles machen. Ja, das ist ziemlich makaber, was für unterschiedlichen Wert unterschiedliche Lebewesen für ihn im Leben haben.
58:20
Aber dieser Elliot ist anscheinend sein Ein und Alles. Und dieser Abend ist jetzt für ihn halt auch richtig krass geworden. Also...
58:29
Es ist aus seiner Sicht halt wirklich genau das, was es sein sollte. Einfach ein unbeschwerter Abend unter Freunden und einfach so schön emotional. Und er fühlt sich so geschmeichelt mit dieser Geste auch noch. Was Wolfgang N. aber nicht ahnt, der ganze Abend wurde bewusst so arrangiert. Die beiden Männer setzen sich nämlich jetzt vor den Fernseher. Es ist 20.15 Uhr. Aktenzeichen XY ungelöst beginnt.
58:56
Im Studio zu Gast ist heute auch eine Kriminalhauptkommissarin des LKA Hessen. Damals leitet sie dort die Cold Case Unit. Heute hat sie einen Fall im Gepäck, der seit Jahrzehnten ungelöst ist. Der Tod von Jutta Hoffmann aus Lindenfels aus dem Jahr 1986.
59:14
Aber läuft das denn jetzt wirklich gerade im Fernsehen oder ist das eine Aufzeichnung?
59:20
Nee, das läuft tatsächlich wirklich. Also die Polizei hat mit dem ZDF zusammengearbeitet und einen Beitrag vorbereitet. Und das ist natürlich auch kein Zufall, dass es genau heute ausgestrahlt wird. Also es läuft, als sie es gucken, gerade live im Fernsehen.
59:36
Boah, wie krass, das ist ja so ein guter Trick und jetzt wollen sie natürlich Wolfgang dazu kriegen, dass er es guckt und deswegen haben sie den Ermittler bei ihm.
59:43
Genau, die gucken das jetzt zu zweit und also der Ermittler ist bei ihm, um seine Reaktionen jetzt halt einzufangen. Weil wenn der jetzt irgendwas sagt, haben sie ihn, ne? Also sie brauchen ja ein Geständnis, sie brauchen irgendwas, was in die Richtung deutet, dass der Täter Wissen hat, dass der es war, die brauchen einfach mehr von ihm.
60:00
Und das ist jetzt die Aufgabe von VE1. Er hat den Auftrag, gemeinsam mit Wolfgang N. die Sendung zu schauen. Tatsächlich hat all das, was er bisher getan hat, auf diesen Abend hingeführt. Also es war alles eine Vorbereitung für genau diesen Abend. Heute kommt es nicht nur auf Wolfgang N. 's Worte an, sondern auf seine gesamte Reaktion.
60:22
Und die verändert sich, kaum dass der Fall auf dem Bildschirm erscheint. Wolfgang N. sitzt plötzlich wie Versteiner da. Er fängt jetzt an, seine Hände zu kneten und spricht kaum noch und starrt gebannt auf den Fernseher. Die lockere Stimmung von eben ist verschwunden.
60:41
Die Kommissarin präsentiert nämlich jetzt die neuen Erkenntnisse. Die Ermittler gehen davon aus, dass Jutta zunächst vergewaltigt und anschließend getötet wurde, um die Tat zu verdecken. Deshalb ermitteln sie wegen Mordes. Und Mord verjährt nicht. Die Polizei sucht einen Sexualstraftäter, sagen sie, mit hohem Triebdruck, der bei der Tat ein erhebliches Entdeckungsrisiko einging und aus der Region Südhessen, Darmstadt, Odenwald stammen dürfte.
61:10
Wolfgang N. muss plötzlich laut auflachen. VE1 schaut ihn verwundert an. Wolfgang, geht es dir gut? Du wirkst angespannt, sagt er. Alles in Ordnung, antwortet Wolfgang N. knapp.
61:27
Aber die Kommissarin ist noch nicht fertig. Sie nennt weitere Details. Zum Tatzeitpunkt soll der Täter Mitte 20 gewesen sein. Heute wäre er also Anfang 60. Außerdem soll er blonde, inzwischen möglicherweise gräuliche Haare und blaue Augen haben. Das passt ja jetzt alles perfekt auf Wolfgang. Und sie sagt, er ist Rechtshänder. Vor allem das Ding ist, das sagen die einfach nur, weil sie wissen, wie Wolfgang N. aussieht. Also die haben keinen Grund zu glauben, dass der blaue Augen hat.
61:58
Das sagen die nur, weil sie genau Wolfgang N. aussehen können.
62:02
Wird der jetzt nervös?
62:03
Der ist ja schon die ganze Zeit mega nervös. Aber als sie jetzt das auch noch sagt, wie er aussieht, Da merkt man ihm an, dass er sich so richtig konzentriert, dass man ihm nichts anmerkt. Aber die Beschreibung passt natürlich auffallend gut auf ihn. Er lacht jetzt gezwungen und kommentiert die Sendung mit, woher wollt ihr das denn wissen? Über die Kommissarin sagt er, die ist zielstrebig, giftig, das nimmt die persönlich an.
62:34
Dann kommt die Kommissarin zum letzten Detail. Der Name Wolfgang könnte im Zusammenhang mit dem Fall eine entscheidende Rolle spielen. Boah, wie krass.
62:44
Also spätestens jetzt wurde er ja komplett beschrieben.
62:47
Ja, und sie ergänzt noch, man habe mittlerweile eine heiße Spur, die nach Norddeutschland führt.
62:54
Und jetzt muss natürlich auch VE1 reagieren. Also das ist ja super auffällig. Und er wirft jetzt Wolfgang N. so einen überraschten Seitenblick zu, so als würde er jetzt gerade erst so richtig verstehen, was er da gerade eigentlich hört. Und Wolfgang N., der bemerkt jetzt auch den Blick und der geht jetzt richtig in die Offensive. Der zischt jetzt so zurück, was ist denn jetzt los? Was willst du damit sagen?
63:18
Und VE1 bleibt jetzt ganz ruhig, erzählt jetzt nochmal auf, was gerade im Fernsehen gesagt wurde und sagt jetzt halt, dein Heimatort ist in der Nähe, Sexualstraftäter, es wird von einem Rechtshänder mit blauen Augen gesprochen, es gibt eine Spur nach Norddeutschland und der Name ist Wolfgang. Sag du mir, was ich denken soll. Wolfgang N. wird jetzt zunehmend nervöser. Dann versucht er, die Situation mit einem zynischen Argument zu drehen.
63:48
Ganz ehrlich, wenn ich der Mörder wäre, würde ich dann so entspannt hier sitzen? Wenn die was hätten, würde doch das Telefon hier klingeln und ich hätte den Anruf bekommen, ich soll sofort zurückkommen.
64:01
Nach der Sendung sprechen die beiden dann noch etwa eine halbe Stunde über den Fall und Wolfgang N. betont mehrfach, nichts mit Juthers Tod zu tun zu haben. Er erklärt jetzt, seine DNA sei wegen seiner früheren Sexualdelikte längst in einer Datenbank registriert. Wenn es im Fall Jutta Hoffmann also einen Treffer gegeben hätte, so sagt Wolfgang, hätte sich die Polizei doch längst bei ihm gemeldet.
64:25
Also da, finde ich, merkt man so ein bisschen, dass er sich fast das so selber einredet, dass er halt keinen Grund zur Sorge hat. Und überhaupt, sagt er, an den Namen des Ortes, in dem der Mord passiert sei, könnte er sich sowieso nicht mehr erinnern.
64:39
Aber okay, das ist jetzt auch kein Beweis für seine Unschuld.
64:43
Ja, und VE1 nimmt ihm das jetzt auch nicht ab. Schließlich wurde der Ort Lindenfels in dem Fernsehbeitrag auch mindestens sechsmal genannt.
64:51
Trotzdem redet Wolfgang N. weiter auf seinen vermeintlichen Freund ein. Er sagt, er könne dessen Sorge verstehen. Es gäbe aber keinen Grund, sich Gedanken zu machen. Wolfgang N. habe mit der Tat nichts zu tun. Später bringt VE1 ihn dann zurück in die Klinik. Zum Abschied gibt Wolfgang ihm noch einen Satz mit.
65:12
Du kannst ganz beruhigt die Nacht durchschlafen. Ich werde das auch tun.
65:16
Ja, okay, auch ein komischer Satz. Aber leider muss man mir jetzt sagen, dass bisher die Aktion für die Ermittler nicht so erfolgreich war, oder?
65:24
Das Verhalten finden sie schon sehr, sehr auffällig. Aber ein Beweis für die Schuld ist das nicht. Genau. Aber tatsächlich kündigt er ja an, dass er die Nacht ganz beruhigt durchschlafen wird, ne? Ja.
65:36
Doch ganz so entspannt ist Wolfgang N. dann offenbar doch nicht. Im Maßregelvollzug ist und unter bestimmten Regelungen Smartphones erlaubt. Und Wolfgang N. nutzt seins noch in derselben Nacht. Er beginnt jetzt bei Google nach Cold Cases und Aktenzeichen XY zu suchen. Und eine spätere Handyauswertung wird dies auch zeigen.
65:58
Doch die Ermittler haben noch einen weiteren Schritt vorbereitet. Denn in der psychiatrischen Klinik, in der Wolfgang N. untergebracht ist, arbeitet zu diesem Zeitpunkt bereits ein zweiter verdeckter Ermittler. Und seine Legende ist ein Mitarbeiter aus dem Bereich Controlling.
66:16
Okay, also der auch vor Ort ist und dort beobachten kann, wie sich jetzt Wolfgang N. verhält.
66:24
Genau, das ist jetzt VE2 und VE2 ist nur für den Tag der XY-Sendung und den darauffolgenden Tag in der Klinik eingesetzt.
66:34
Sein Einsatz ist eigentlich gar nicht darauf ausgelegt, Wolfgang gezielt auszufragen. Die Klinikleitung war nur über die Maßnahme mit VE1 und den geplanten XY-Beitrag informiert worden und hatte nach der Ausstrahlung Sorge, dass Wolfgang N. die Situation nicht verkraften würde und vielleicht ausrastet. VE2 soll deshalb vor allem die Lage in der Klinik beobachten und für zusätzliche Sicherheit sorgen.
67:00
Doch dadurch bekommt er jetzt auch etwas mit, das für die Ermittler später wichtig werden wird. In Gesprächen mit anderen versucht Wolfgang N. jetzt immer wieder den Eindruck zu erwecken, dass er sich an den Namen Lindenfels einfach nicht erinnern könne. Außerdem zeigt er VE2 ein Dokument, das belegen soll, dass er bereits ein Jahr vor Juttas Tod nach Hamburg gezogen sei.
67:25
Und auch in den Tagen nach der Sendung gibt sich Wolfgang N. auffallend gut gelaunt. Fast schon zu gut. Er tut weiterhin so, als wisse er von nichts.
67:37
Doch dann erfährt er von der Kriminalpolizei, dass gegen ihn ermittelt wird und eine zeitnahe Vernehmung bevorsteht. Und wieder beginnt Wolfgang Enje zu recherchieren. Er sieht sich die Aktenzeichensendung noch einmal an und liest Forumsbeiträge bei Allmystery über den Fall Jutta Hoffmann durch.
67:57
Okay, aber das finde ich noch gar nicht mal so auffällig, weil wenn du erfährst, dass gegen dich ermittelt wird, dass du dich dann dahingehend erkundigst, was es mit diesem Fall auf sich hat, ist ja jetzt nicht so abwegig.
68:09
Aber er sucht ihn schon wirklich sehr konkret. Zum Beispiel sucht er nach Ratschlägen dazu, wie sich Beschuldigte in einem Strafverfahren verhalten sollten. Ja...
68:19
Und er verändert jetzt auch seine Geschichte. Und jetzt wird es halt richtig auffällig. Also bisher verstehe ich voll deine Punkte. Das spricht so für ihn, aber auch nicht für ihn. Das wird auch jemand Unschuldiges vielleicht alles machen. Aber jetzt erzählt er seinem vermeintlichen Freund VE1 plötzlich was ganz Neues. Er sagt jetzt, er wisse gerade nicht, wo ihm der Kopf stehe. Und dann räumt er etwas ein, das er zuvor bestritten hatte.
68:47
Er gibt zu, er sei am Tattag tatsächlich in dem Waldstück in Lindenfels gewesen, genau dort, wo Jutta Hoffmann getötet wurde. Gleichzeitig beteuert er aber, nicht in der Nähe des Freibads gewesen zu sein, er habe Jutta also nicht gesehen.
69:04
Doch damit ist es noch nicht vorbei. Denn Wolfgang N. erzählt nun Dinge, die die Ermittler so richtig hellhörig werden lassen. Er gibt nämlich jetzt Täterwissenpreis.
69:16
Also Täterwissen bedeutet ja, dass das Wissen ist, dass...
69:21
tatsächlich einen Normalbürger nicht haben kann, weil es nie über die Presse zum Beispiel nach außen gedrungen ist. Also Informationen, die nur der Polizei und dem Täter selbst vorliegen.
69:31
Und genau das gibt er jetzt gegenüber einem Pfleger preis. Einem Pfleger der psychiatrischen Klinik erzählt er, dass Jutta Hoffmann mit einem Messer getötet worden sei.
69:42
Außerdem berichtet er von einem 91-jährigen Mann, der so 10 bis 15 Meter vom späteren Tatort entfernt aufgefunden worden sei und blutverschmiert war.
69:53
Für die Ermittler der Cold Case Unit ist das jetzt von enormer Bedeutung. Denn genau diese Details, die habe ich zwar dir schon erzählt, aber die waren weder in der XY-Sendung genannt worden, noch in anderen öffentlich zugänglichen Quellen jemals genannt worden. Also ich habe die auch nur aus dem Urteil und aus den Ermittlungsakten dementsprechend dann, aber die hätte Wolfgang N. halt jetzt nicht haben können, wenn er nicht der Täter wäre.
70:23
Aus dem ursprünglichen DNA-Treffer ist also inzwischen ein ganzes Netz aus Indizien geworden. Aussagen, Recherchen, Widersprüche. Und schließlich Informationen, die offenbar nur jemand kennen kann, der mehr über die Tat weiß, als er eigentlich wissen dürfte. Puzzlestück für Puzzlestück weisen die Spuren auf Wolfgang N. als Täter.
70:46
Und so wird er nur acht Tage nach der Ausstrahlung von Aktenzeichnings Y am 30. März 2023 einem Untersuchungsrichter vorgeführt. Im November 2023 beginnt dann vor dem Landgericht Darmstadt der Prozess gegen Wolfgang N. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord vor, die Verteidigung plädiert auf Freispruch. Es ist ein Indizienprozess. Und eine wichtige Rolle spielen dabei die Erkenntnisse aus den verdeckten Ermittlungen. Und ich habe dir schon erzählt, dass das halt super geheim ist, was die verdeckten Ermittler herausfinden und dass das auch ein krasser Eingriff in die Persönlichkeitsrechte ist.
71:24
Also wie der reagiert, wenn die die Sendung schauen, was er dem so privat erzählt. Das sind alles Informationen, die er seinem Freund anvertraut hat.
71:34
Da ist natürlich die Frage, kann man die überhaupt gegen ihn verwenden? Und darüber habe ich auch mit Jan-Christian Hochmann gesprochen. Er ist Rechtsanwalt aus Bielefeld und auf Strafrecht spezialisiert. Und ihr kennt ihn vielleicht auch schon aus anderen Folgen von Mord auf Ex. Und wir hören mal rein, was er dazu sagt.
71:53
Also der Grundsatz ist, diese Erkenntnisse, die erlangt wurden, dürfen grundsätzlich verwertet werden. Jetzt kommt wieder das große Aber. Man kann sich zum Beispiel mal das Schweigerecht angucken, das ja ein Beschuldigter oder Angeklagter hat. Der muss ja grundsätzlich nicht aussagen. Wenn der jetzt aber mit dem verdeckten Ermittler während der verdeckte Ermittler als solcher eingesetzt war, gesprochen hat, die Tat zum Beispiel gestanden hat, darf der verdeckte Ermittler das dann sagen? Darf das so quasi in den Gerichtsprozess eingeführt werden? Das wäre eine Umgehung seines eigentlichen Schweigerechts.
72:24
Und da kommt es dann eben auf Feinheiten an. Da muss dann geguckt werden, in welcher Situation hat er zum Beispiel die Tat zugegeben? War das eine Spontanäußerung? Hat er das dem verdeckten Ermittler irgendwie anvertraut? Oder war das in einer Situation, die einer polizeilichen Vernehmung sehr ähnlich war? Dann wäre es zum Beispiel nicht verwertbar.
72:41
Entscheidend ist also, wie Wolfgang N. seine Aussage gemacht hat. Hat er sie freiwillig und spontan geäußert? Oder wurde durch die verdeckte Maßnahme sein Schweigerecht umgangen?
72:53
Und das ist jetzt in diesem Fall interessant. Wolfgang N. hat VE1 zwar nie eindeutig gesagt, dass er Jutta Hoffmann getötet hat, aber er hat ihm gegenüber Dinge geäußert, die ihn stark belasten. Und das Landgericht Darmstadt hält diese erlangten Erkenntnisse jetzt für verwertbar. Von diesen belastbaren Erkenntnissen berichtet VE1 jetzt auch selbst vor Gericht, und zwar als Zeuge.
73:19
Das ist ja auch so krass, weil jetzt weiß halt Wolfgang N. auch, dass sein vermeintlicher Freund nie der war, für den er ihn gehalten hat die ganze Zeit.
73:28
Ja, also dieses erste Wiedersehen im Prozess muss ja so krass gewesen sein.
73:33
Ja, stimmt. Ich stelle es mir auch richtig krass vor und das ist jetzt halt Wolfgang N. mittlerweile auch klar, dass er da angelogen wurde und auch seinem Anwalt ist das alles mittlerweile klar. Was Wolfgang N. und sein Anwalt aber nicht erfahren sollen, ist, wer sich hinter VE1 tatsächlich verbirbt. Denn das sind ja verdeckte Ermittler, die das unter ganz strengen Sicherheitsvorkehrungen machen. Und es ist ja auch so, wenn dann halt der Täter irgendwo mal wieder freikommen würde, hat er wahrscheinlich einen krassen Groll und das ist natürlich super gefährlich.
74:06
Deswegen wird VE1 jetzt auch audiovisuell abgeschirmt vernommen und seine wahre Identität bleibt die ganze Zeit über geschützt. Während seiner gesamten Aussage kann Wolfgang N. ihn also nicht sehen.
74:18
Naja, er hat ihn aber ja jetzt auch schon oft gesehen, ne?
74:22
Aber verkleidet, ne? Also er sieht ihn halt nie echt. Und er weiß auch nie seinen richtigen Namen. Vielleicht hat er auch seine Stimme verstellt, man weiß es nicht, ne? Okay, also da sah er ja einfach ein bisschen anders aus. Genau, die kriegen ja eine komplett neue Legende und dazu gehört dann halt auch in dem Fall vielleicht dann auch ein neues Aussehen. Und vor allem aber auch eine komplett neue Identität und wahrscheinlich auch so...
74:42
Ich denke mal, dazu gehört auch ganz viel, was den Menschen ausmacht. Redewendungen, vielleicht ein Dialekt, vielleicht irgendwie unterschiedliche Stimme, all solche Sachen. Aber VE1 ist auch nicht der einzige belastende Zeuge. Auch ein Cousin von Wolfgang N. sagt jetzt aus. Er will in dessen Wohnung eine Adidas-Tasche des Typs gesehen haben, wie ihn auch Jutta zum Zeitpunkt ihres Verschwindens bei sich hatte. Für sich genommen ist auch das kein Beweis, aber es ist ein weiteres Puzzlestück.
75:14
Denn genau darum geht es in diesem Prozess. Nicht ein einzelner Hinweis soll Wolfgang N. überführen, sondern entscheidend ist, das haben wir hier auch häufiger schon bei Indizienprozessen besprochen, was alle Indizien zusammen ergeben.
75:28
Am Ende ist es die Summe aus Erkenntnissen, Aussagen und Spuren, die die Kammer zu bewerten hat. Und aus diesem Bild kann das Gericht schließlich rekonstruieren, wie sich die Tat ereignet haben soll. Und weil das auch für das Urteil wichtig ist, werde auch ich an dieser Stelle mal kurz die Tatrekonstruktion des Gerichts zusammenfassen. Nach Überzeugung des Gerichts begann die Tat am späten Nachmittag des 29. Juni 1986.
75:54
Wolfgang N. hielt sich in der Nähe von Juttas Heimweg auf. Als er sie sah, fasste er den Entschluss, sie zu sexuellen Handlungen zu zwingen. Kurz vor der Weggabelung trat er Jutta entgegen und bedrohte sie mit einem Messer. Jutta war ja Judo-Kämpferin. Doch sie erkannte, dass Wolfgang N. ihr körperlich überlegen war und sie sich gegen das Messer nicht wehren konnte. Sie folgte ihm deshalb rund 70 Meter in das Dickicht. Auf dem Weg verlor sie einen Schuh und ihre Badematte.
76:24
Im Wald vergewaltigte Wolfgang N. sein Opfer unter Zuhilfenahme des Messers und des Kunstledergürtels von Juttas Kleid. Personen, die zu diesem Zeitpunkt den Waldweg passierten, bekamen nichts mit. Ihnen fielen nur die Gegenstände am Wegesrand auf.
76:40
Nach der Vergewaltigung ließ der Angeklagte zunächst von Jutta ab. Doch dann, so die Überzeugung des Gerichts, realisierte er, dass das Mädchen ihn bei der Polizei anzeigen und identifizieren könnte. Deshalb fasste er den Entschluss, Jutta zu töten, um die Vergewaltigung zu verdecken. Wolfgang N. erstach sie an Ort und Stelle.
77:02
Anschließend versuchte er, die Leiche zu verstecken. In einer nahegelegenen Hütte fand er zwei Spaten. Einen legte er wieder zurück, mit dem anderen grob er ein Grab und bedeckte dieses anschließend mit Erde, Blättern und Zweigen. Dabei kam er zweimal an dem alten Mann vorbei, der sich an dem Abend im Waldstück verirrte. Auch dieser schien nichts bemerkt zu haben. Gütters Adidas Tasche, das Tatmesser und den Spaten nahm Wolfgang N. nach der Tat mit und entsorgte sie später.
77:31
Ah, einen Spaten hat er mitgenommen und den anderen hat er wieder zurückgebracht, oder wie?
77:35
Genau, also den, den er wirklich doll benutzt hat, hat er mitgenommen und den, den er sich einfach angeschaut hat in der Hütte, wo seine DNA aber noch dran ist, den hat er wieder zurückgelegt.
77:47
Also wahrscheinlich ist der eine ja auch blutig gewesen, den hat er mitgenommen, aber beim anderen war nur seine DNA dran. Das hat er aber nicht geahnt. Am Tag nach der Tat meldete sich Wolfgang N. bei seinem damaligen Arbeitgeber krank. Danach erschien er dort nie wieder. Etwa ein Jahr später, im Sommer 87, verließ er Hessen und zog nach Norddeutschland.
78:10
Hier setzte er seine sexuellen Übergriffe an jungen Frauen fort. Auf Grundlage der Indizienkette kommt das Landgericht Darmstadt am 22. Dezember 2023 schließlich zu seinem Urteil. Wolfgang N. ist des Mordes schuldig. Alle anderen Straftaten in dem Fall sind inzwischen verjährt.
78:29
Der Angeklagte wird zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt, wobei die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus vorerst aufrechterhalten wird. Die besondere Schwere der Schuld stellt das Gericht nicht fest. In dem 157-seitigen Urteil, das uns ja auch vorliegt und auch die Hauptquelle für die heutige Folge war, heißt es unter anderem wie folgt. Motivation für die sexuellen Handlungen des Angeklagten waren seine Triebe- und Erniedrigungsfantasien. Diese waren also zu keinem Zeitpunkt in einem solchen Ausmaß vorhanden, dass er sich in einem Zustand trieb, die manischer Ausweglosigkeit befand.
79:06
Vielmehr konnte er zu jedem Zeitpunkt das Unrecht seiner Tat einsehen und auch entsprechend dieser Einsicht handeln.
79:14
Also in anderen Worten, Wolfgang N. ist schuldfähig. Und das Urteil ist auch inzwischen rechtskräftig. Der Angeklagte Wolfgang N. selbst hat den gesamten Prozess übergeschwiegen. Er hat kein Wort der Reue genannt. Es gibt keine Entschuldigung gegenüber den Angehörigen von Jutta Hoffmann.
79:32
Aber man muss auch sagen, das Urteil markiert natürlich das Ende einer jahrzehntelangen Ungewissheit auf Seiten der Familie und auch der Polizei Hessen.
79:43
Also ich muss sagen, in vielen Fällen, gerade in amerikanischen, gibt es ja viele Ermittlungsfehler, die wir immer wieder in den Fällen sehen. Aber in diesem Fall muss ich tatsächlich einfach mal die Polizei loben. Also was die da an Arbeit geleistet haben, das LKA Hessen, Das ist schon ziemlich beeindruckend. Also dieser Undercover-Ermittler, dann diese Verbindung mit Aktenzeichen XY, das war schon ein genialer Move.
80:10
Ich finde es auch richtig krass, auch wie akribisch die vorgegangen sind und wie lange und ausdauernd und am Ende war es dann ja erfolgreich.
80:18
Also ja, so einen Einblick in so interessante Ermittlungsarbeiten hatte ich auch noch nicht so häufig. Gerade dieser Moment wirklich, wo ein Ermittler mit dem Mörder Aktenzeichen zu genau dem Beitrag schaut, ist für mich einfach so ein krasser Moment. Also sowas kann man sich einfach nicht ausdenken. Und ja, also fand ich auch super beeindruckend. Und damit sind wir jetzt auch am Ende des heutigen Falls angekommen. Es ist ein Fall, in dem nach ganzen 37 Jahren der Mann zur Rechenschaft gezogen werden konnte, der damals die 15-jährige Jutta Hoffmann gewaltsam aus dem Leben riss.
80:55
Und am Ende zeigen uns Fälle wie dieser, auch nach Jahrzehnten kann eine neue Spur, eine neue Technologie oder eine neue Ermittlungsmaßnahme ans Licht bringen, was lange verborgen geblieben ist.
81:09
Manchmal braucht die Wahrheit lange, aber sie kann trotzdem gefunden werden. Auch nach 37 Jahren.
81:17
Wow, wie beeindruckend, dass dieser Fall noch aufgeklärt wurde. Ich glaube, er zeigt auch mal wieder, wie wichtig es ist, dass es diese Cold Case Einheiten gibt, wo sich alte Fälle einfach nochmal angeschaut werden. Super interessant. Und die auch nochmal aufgerollt werden. Gerade im Fall Jutta Hoffmann.
81:36
ist das ja auch eigentlich erst vor wenigen Jahren jetzt passiert. Und einfach auch toll, dass da die Medien und die Polizei so gut zusammengearbeitet haben.
81:47
Jan, falls ihr gerade immer noch zuhört, haben wir, und das passt eigentlich auch sehr gut zu dem Fall heute, auch noch einen kleinen Aufruf, weil auch wir uns gerade gewisse Cold Cases genauer anschauen, und zwar in Hamburg.
82:01
Und auch wir hier auch Mitarbeit brauchen, beziehungsweise die Mitarbeit der Öffentlichkeit, denn für eine große investigative Recherche, an der wir jetzt wirklich seit längerer Zeit arbeiten und die uns auch noch in kommender Zeit intensiv beschäftigen wird, rollen wir gerade alte Kriminalfälle in Hamburg neu auf. Konkret geht es um ungelöste Fälle aus den späten 70ern bis späten 80er Jahren. Und ganz konkret geht es um gewaltsame und sexuelle Übergriffe auf Frauen durch einen unbekannten Täter.
82:36
Deswegen hier die Frage an euch, wenn ihr in eurer Familiengeschichte von ähnlichen Fällen in Hamburg oder Umgebung aus dieser Zeit gehört habt, Meldet euch bitte bei uns. Aber wirklich nur, wenn das Fälle aus eurer Familie sind.
82:50
Also nicht, wenn ihr das jetzt einfach im Internet recherchiert. Ich glaube, das wäre schon gut, wenn es aus dem Umfeld kommt. Genau, also wenn ihr wirklich eine konkrete Spur habt, also wenn es ungeklärte Taten sind oder größtenteils ungeklärte Taten, dann kann es sein, dass diese Taten in einem direkten Zusammenhang mit den Fällen stehen, die wir uns auch gerade anschauen.
83:13
Falls dem so sein sollte und ihr mehr wisst, also euch selbst erinnert an irgendwas in eurem Umfeld, in eurer Familiengeschichte, dann könnt ihr euch bei uns melden. Also wir sind auf der Suche nach hier wirklich potenziellen Hinweisen und dafür könnt ihr einfach an die Mailadresse schreiben, die wir euch nochmal in der Folgenbeschreibung verlinken. Denn, und hiermit würde ich sagen, endet die Folge dann jetzt. Es ist nämlich so, dass es echt immer noch viele Cold Cases gibt, die einfach nicht gelöst sind.
83:43
Und vielleicht können wir ja hier auch wieder neue Aufmerksamkeit in diese Fälle bringen.
83:48
Genau, ähnlich wie im Fall von Jutta, wo es tatsächlich erst nach 37 Jahren so eine Aufklärung kam.
83:54
Vielen Dank, dass ihr heute zugehört habt und bis nächste Woche. Bis dann, liebe Exis.
84:11
Mord of X ist eine Produktion von Of X Productions.
84:14
Das sind Lynn Schütze, Leonie Bartsch, Antonia Fischer, Lorenz Schütze, Alexander Rosanas, Greta Kastner, Stefan Weikert, Maike Frier, Antonia Faltermeier, Marvin Kuh, Anna Busse und Lara Wrede.
84:29
Redaktionelle und produktionelle Mitarbeit dieser Folge auch von Nicole Falkenberg.
84:34
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